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St. Josef in Aachen demonstriert eindrucksvoll, welche Chancen für eine Neudefinition sakraler Gebäude bestehen. Die als städtebauliche Dominante bedeutsame Kirche wurde als Gemeindekirche nicht mehr benötigt. Als Kolumbarium findet sie nun eine der alten Bestimmung, der Vermittlung zwischen den zwei Welten, sehr nahe neue Nutzung. Der Weg des Lebens und Sterbens findet seine metaphorische bauliche Umsetzung im neugotischen Chorraum, der nur durch wenige, aber bedeutsame Elemente ergänzt und so konsequent neu und nicht mehr konfessionell kodiert wird. Grabstelen aus formal gleichen Urnenwürfeln, ein Wasserlauf, der Kiesboden und eine schiffsrumpfartige textiler Skulptur unter dem Gewölbe inszenieren einen ebenso freundlichen wie auratischen Ort der Transzendenz.
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